Lebendige Prims: ein WRRL-Projekt im Saarland
 
lebendige Prims lebendige Prims







 

 

 

Fließgewässer im Einzugsgebiet > Gesamtergebnisse

Gesamtschau der bisherigen Ergebnisse

Nachdem im Rahmen der Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie in den letzten beiden Jahren zahlreiche Untersuchungen im Einzugsgebiet der Prims durchgeführt wurden, kann man nun ein erstes Resumée in der Zusammenschau der einzelnen Faktoren ziehen.
Untersucht wurden chemische (beispielsweise Schwermetalle) und physikalisch-chemische Faktoren (Temperatur, Sauerstoff, Nährstoffe, Versauerung, Salzgehalt). Biologische Untersuchungen wurden anhand einer Aufnahme des Fischbestandes und des Makrozoobenthos (Gewässergrund bewohnende Kleinlebewesen) angestellt.

Die Ergebnisse sind ernüchternd ausgefallen. Fast alle ökologischen Kriterien sind in suboptimalem Zustand.

Im Wesentlichen ist dies auf die neuen Probenahmen-, Analyse- und Bewertungsmethoden zurückzuführen, die die Wasserrahmenrichtlinie vorgibt. Ferner wird nicht mehr nach einem siebenstufigen sondern nach einem fünfstufigen Verfahren klassifiziert.
Die Ergebnisse der Klassifizierung nach dem  bisherigen Saprobiensystem und dem neuen, nach den Kriterien der WRRL geforderten Bewertungssystem, sind nicht vergleichbar.
Der ökologische Zustand eines Oberflächenwasserkörpers wird, vereinfacht ausgedrückt, ausschließlich aus den biologischen Qualitätskomponenten Gewässerflora und Gewässerfauna und dem Fischbestand abgeleitet. Die Klassifizierung erfolgt rechnergestützt. Bei Bedarf kann das Ergebnis mit physikalisch-chemischen und hydromorphologischen Qualitätskomponenten plausibilisiert werden.

Die Fischvorkommen zeigen in Prims, Theel und Ill überwiegend mäßige Ergebnisse. Für die Leitfische Forelle und Äsche sind das fatale Bedingungen.

Makrozoobenthos sind am Gewässerboden lebende Kleinstiere wie Krebse, Muscheln, Schnecken, Strudelwürmer. Sie sind besonders gut geeignet, um die ökologischen Zustände von Gewässern zu beurteilen. Auch hier zeigen die Ergebnisse ein recht unbefriedigendes Bild. Die Besiedelung mit den kleinen Wirbellosen ist im Verhältnis zur gewässertypischen  Referenzbiozönose sehr dünn.

Chemische und physikalisch-chemische Qualitätskomponenten: Die Ergebnisse zeigen für die Komponenten Temperatur, Sauerstoff, Nährstoffe, Versauerung, Salzgehalt, dass an fast allen beprobten Messstellen für mindestens einen gemessenen Parameter Überschreitungen des Orientierungswerts vorliegen.
Bei den Nährstoffen Gesamtphosphor, Ammonium und Nitrit ist eine z.T. kritische Überschreitung der Orientierungswerte zu verzeichnen. Diese Ergebnisse dienen lediglich der Plausibilisierung der biologischen Klassifizierung.

Nach den ersten Messergebnissen der chemischen Untersuchungen auf prioritäre und prioritär gefährliche Stoffe (meist toxisch, persistent und bioakkumulierbar) weisen vor allem die Schwermetalle Nickel und Blei Grenzwertüberschreitungen auf. Nicht berücksichtigt wird zur Zeit die Hintergrundbelastung.
Über die potentielle Herkunft und die Gefährdungen durch diese Stoffe für Mensch und Umwelt gibt es hier detallierte Informationen...

Für einzelne Gewässerabschnitte, insb. die Theel und die Ill, lassen die Ergebnisse eine Erreichung der Ziele der WRRL bis 2015 (gute ökologische Zustand und gute chemische Zustand) als eher unwahrscheinlich gelten.

Im Oberlauf der Prims sind diese Ergebnisse mit großer Wahrscheinlichkeit auf die Einleitungen unbehandelter gewerblicher Abwässer und nicht ausreichend behandelter kommunaler Abwässer zurückzuführen. Zur Verbesserung dieser Situation sind allerdings schon entsprechende Maßnahmen in die Wege geleitet. Die Herkunft der Belastungen, wie z. B. die Einleitungen aus Mischwasserentlastungsanlagen, Nutzung bis an den Gewässerrand ohne Randstreifen, Wanderhindernisse (Verrohrungen, Wehre etc.) und die Quantifizierung der  diffusen Belastungen bedürfen vor der Ableitung von Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerzustände noch näherer Untersuchungen.
 

Im Laufe des Jahres werden noch weitere Untersuchungsergebnisse, insb. in Bezug auf die Gewässerstruktur und Gewässerentwicklungsfähigkeit, an dieser Stelle veröffentlicht.
Als Ergebnis der Untersuchungen wird bis Ende 2009 der Maßnahmenprogramm bzw. der Bewirtschaftungsplan aufgestellt werden, in dem die Maßnahmen bestimmt werden, die nötig sind, um die Situation an den Bächen so zu bessern, dass der gute ökologische und chemische Zustand bis 2015 umgesetzt werden kann.


 

  © BUND Saar 2006 - 2014